Startseite > Uncategorized > Beschimpfungen aller Art

Beschimpfungen aller Art

Man hat sich ja beinahe daran gewöhnt. Unterstellungen, Beleidigungen, Verdrehung von Tatsachen prasseln besonders nach der Scrolledition von WELT KOMPAKT auf mich, die Macher aus der Redaktion und die beteiligten Blogger ein. Aber auch jeden anderen Tag. Man muss damit leben, sagen die Kollegen. Will ich aber nicht. Deswegen habe ich mir dieses Plätzchen eingerichtet, um meinen Ärger los zu werden. Der Doktor hat es empfohlen.
Hier zwei eher harmlose Einträge auf Twitter und Facebook:

Ein Glueckwunsch an die Welt fuer dieses sensationelle Experiment, den tollen Kommentar von Schmiechen und den Bloggern, die sich nun ein wenig benutzt fuehlen duerften. Schade, dass auf diese Nummer auch so viele gute Leute reingefallen sind. Ich hoffe nur, dass nun ein paar der Kollegen schlauer sind und nicht noch einmal auf so eine Nummer der Springer-Presse reinfallen werden.
P.S. Immer dran denken, das Netz vergisst nicht. Zum einen nicht die Anbiederung von Schmiechen an die Blogosphaere, zum anderen nicht seine finale Abfertigung. Wenn die Offline-Ausgabe dann letztendlich die Graetsche macht (was nur eine Frage der Zeit ist), er sich dann einen neuen Job suchen muss, wird ihm das wohl im Dutzend um die Ohren gehauen werden.

Haha, so sieht er also aus, der Trottel von @weltkompakt. Und ich dachte der Name wär ein Fake 😉

Was mich besonders ärgert:

1. Anderen Menschen wird die Fähigkeit zum Nachdenken abgesprochen.

2. Anderen Menschen wird die schlechteste Absicht unterstellt.

3. Es wird gedroht.

4. Es wird beleidigt.

5. Fehler machen immer nur die anderen.

Für mich ist das Netz eine wunderbare Plattform, um auch an langen Bürotagen mit anderen Menschen und ihren Ansichten und Ideen verbunden zu sein. Die WK-Scrolledition hat es möglich gemacht, einige davon endlich einmal persönlich kennen zu lernen. Für andere sind Netzwerke offenbar dazu da, um völlig enthemmt ihre beschränkte Weltsicht darzustellen. Und oft bekommen sie dafür auch noch Beifall. Je platter der Slogan, desto lauter der Jubel. Da spüre ich an vielen Tagen einen leichten Würgereiz und auch ein bisschen Angst…

Advertisements
Kategorien:Uncategorized
  1. 5. Juli 2010 um 1:05 pm

    Erst einmal Danke fuer das Zitat, wobei ich darauf hinweisen moechte, dass im Gegensatz zu all meinem anderen Content, dieses nicht unter der CC steht, sprich ruhig als solches von mir gekennzeichnet werden darf.

    Frank, ich kann mich leider in den 5 Punkten nicht wiederfinden. Ich beleidige nicht, ich drohe nicht, noch unterstelle ich jemanden schlechte Absichten. Ich kommentiere euer Projekt und ebenso deinen Kommentar.

    „Gestern haben wir unsere Leser mit einem schlechten Gewissen etwas allein gelassen.“

    „Heute erscheint WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.“

    Jetzt kann man darueber diskutieren wie sehr du im Thema Blogosphaere steckst, will ich aber gar nicht. Ich habe recht besonnen kommentiert, mehr nicht.
    Da koennen wir nun unterschiedlicher Meinung sein, aber so ist das halt.

    P.S. Ich habe uebrigens nur ein paar Artikel der Ausgabe gelesen. Das seltsame Format war unhandlich und generell fuehlte es sich dann doch ein wenig komisch an, einige Bekannte im Springer-Umfeld vorzufinden. Jeder muss fuer sich persoenlich wissen, fuer welchen Kanal er auf Sendung geht. Ich fuerchte die Geschichte war fuer beide Seiten eher kontraproduktiv und ganz ehrlich, ich waere erschrocken gewesen, waere das anders ausgegangen.

  2. Frank Schmiechen
    5. Juli 2010 um 1:32 pm

    Danke für Deinen sachlichen Kommentar. Ich habe deinen Post auf Facebook so gelesen:
    1. Du beleidigst die beteiligten Blogger: „Schade, dass auf diese Nummer auch so viele gute Leute reingefallen sind.“ Sie sind also aus deiner Sicht zu dumm, um die Sache zu durchschauen.
    2. Du unterstellt uns schlechte Absichten: „…nicht noch einmal auf so eine Nummer der Springer-Presse reinfallen werden.“ Wir sind also böse Fallensteller.
    3. Du drohst mir, dass ich in Zukunft keinen Job mehr finden werde: „Wenn die Offline-Ausgabe dann letztendlich die Graetsche macht (was nur eine Frage der Zeit ist), er sich dann einen neuen Job suchen muss, wird ihm das wohl im Dutzend um die Ohren gehauen werden.“

    Aber vielleicht bin ich nach all dem Wahnsinn und der Anstrengung etwas dünnhäutig und erschöpft. Das ist auch der Grund, warum ich erleichtert bin, das es vorbei ist. Nicht weil das Ergebnis so schlecht ist.
    Ich fand die Scrolledition mutig, erfrischend anders, konsequent, einzigartig. Dank an die Blogger. Für das erste Mal ein voller Erfolg. Und es geht ja weiter…

  3. 6. Juli 2010 um 2:06 am

    Es liegt mir fern, irgendjemanden der Beteiligten zu beleidigen. Es ist einfach meine persoenliche Meinung. Die Reaktionen in beiden Welten stuetzen diese ja durchaus und ganz ehrlich, bloggen und print…. ne, das passt einfach nicht zusammen.

    Frank, ich unterstelle euch keine schlechten Absichten, wenn du eure Marketing-Nummer so definieren moechtest, dann steht es dir frei. Es ging hier um Publicity!

    Print wird sterben, das ist nur eine Frage der Zeit. Dein einleitender Kommentar und Aufruf wies eine Menge ungluecklicher Passagen auf, der finale um so mehr.
    Eine neue Veroeffentlichung aktueller Verkaufszahlen der Welt-Kompakt, sinkende Umsaetze und schon bekommt ihr genau das serviert.

    Klar war es ein Experiment und genauso muss man das auch werten. Ich fuer meinen Teil halte Print nun einmal fuer einen aussterbenden Dinosaurier, die Presse-Landschaft in Deutschland fuer fundamental rueckstaendig und zu grossen Teilen von erheblicher Arroganz durchtraenkt.

    Wie sagtest du nicht auch im einleitenden Kommentar zu dieser Aktion: „Hier die professionellen Journalisten, da die Blogger“. Also ich bin happy, dass ich von meinem Hobby so richtig gut leben kann und die diversen Co-Blogger auch.

  4. 6. Juli 2010 um 3:21 pm

    Ich mag Frank Schmiechen. Und ich habe große Sympathien für Sascha Pallenberg (persönlich haben wir uns bisher leider nicht kennen gelernt). Und trotzdem haben mich Beide in den letzten Tagen ein wenig enttäuscht: Frank durch seinen Kommentar in der Welt Kompakt, den er mittlerweile in den Kommentaren bei Robert Basic relativiert hat. Und Sascha Pallenberg, indem er vergisst, dass wir, die beteiligten Blogger (oder wie auch immer man uns nennen mag), keine Springer-Instrumente sind.

    Als ich von Frank das Angebot erhielt, an der Scroll Edition mitzuwirken, habe ich keine drei Minuten nachdenken müssen. Natürlich bin ich dabei. Weil mein Name in der Springer-Pressemitteilung auftaucht? Mitnichten. Weil ich lernen möchte. Wie ein Print-Produkt entsteht. Wie Journalisten arbeiten. Wie man aufeinander zugeht. Wie ein Verlag funktioniert. Wie man angefeindet wird. Nun, fast all das habe ich jetzt ein wenig besser verstanden. Insofern hat sich der „Ausflug“ für mich gelohnt.

    Trotzdem bin ich enttäuscht. Nicht von Frank, dessen Worte ich nun besser einordnen kann. Und auch gar nicht so sehr von Sascha, denn er ist nur einer der Kritiker, die das aussprechen, was Viele denken. Aber eben diese Denke frustriert mich zunehmend. Wir, die Digitale Boheme, die Blogger, die Heavy User, die Digital Residents, die Avantgarde, wir wissen immer alles besser. Print wird sterben. Tut es aber nach wie vor nicht. Und subventioniert Online nach wie vor in den meisten Fällen quer. Klassische PR hat keine Zukunft. Aber eine Gegenwart. Politiker haben keine Ahnung. Werden aber gewählt. Ich könnte diese wahllose Aneinanderreihung von Thesen und Gegenthesen, die sehr viel näher an der Wahrheit liegen, endlos fortsetzen. Es wäre nur Zeitverschwendung. Es ändert nichts.

    Unsere Blogosphäre ist krank. Es gibt nicht genug Menschen, die auf Basis von Wissen schreiben. Es gibt zu viele Menschen, die sich durch Slogans, Plattitüden und auch Lügen manipulieren lassen. Und es gibt zu viele, die manipulieren. Das ist alles okay. Das ist sogar das Großartige am Social Web. Jeder schreibt, wonach ihm ist. Jeder findet Anhänger, Unterstützer, Förderer. Warum nur die ganze Energie, die ganze Kreativität und Innovation in destruktives Denken münden muss, das verstehe ich nicht.

    Während wir noch bei Springer saßen, schrieb ich folgenden tweet „Wir sind uns übrigens darüber im Klaren, dass Ihr die @weltkompakt morgen zerreißen werdet. So oder so #wk107“. Warum das so klar war? Weil nicht einer – weder Blogger noch Journalist – hinterher auf die Idee kam, eine fundierte Blattkritik zu liefern und auch mal konstruktive Vorschläge zu liefern, wie eine „Welt Kompakt powered by Web“ besser aussehen könnte. Weil der Mensch destruktiv ist.

    Ich bin es leid…

    • 6. Juli 2010 um 5:49 pm

      Mon cher Sachar, „Digital Bohème“ est un mythe, une fiction, et n’existe pas (ou plus).

  5. 6. Juli 2010 um 5:31 pm

    Lieber Frank, eine gute Gelegenheit, dir ausdrücklich für dein Engagement zu danken. Du hast mit deinen lebendigen und guten beobachteten Reportagen und klugen Kommentaren (auch wenn ich nicht immer deiner Meinung war) im Print und Online eine Brücke zwischen analoger und digitaler Welt geschlagen. Das war mutig und nicht immer selbstverständlich.

    Das Projekt, Digital Natives und in der Wolle gewaschene Onliner in die Papierredaktion zu holen, war und ist ein gutes Experiment. Und wie bei jedem Experiment, geht es nicht in allen Details erwartungsgemäss. Ich weiss, wovon ich spreche… Aber dazu sind Experimente da.

    Dass du im Gegenzug auch nun ein eigenes Blog gestartet hast, finde ich klasse! Die Brückenbauer und Gatekeeper sind die Schlüsselfiguren in der Gestaltung der neuen Medienlandschaft. Du gehörst dazu. Auf jeden Fall.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht! Dein Blog habe ich abonniert.

  6. 6. Juli 2010 um 5:43 pm

    „Weil der Mensch destruktiv ist“

    Nun, sind das nicht genau solche Aussagen, die du in deinem leidenschaftlichen Kommentar bemängelt hast? 😉

    Simplifizierung ist der einfachste Weg um mit Komplexität klar zu kommen. Etwas kaputt zu machen ist einfacher als etwas aufzubauen. Einen wichtiger Aspekt hast du in diesem Zusammenhang noch vergessen: Neid. Ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Die Blogosphäre war seit jeher der Versuch bestehende Machtstrukturen aufzubrechen und umzukehren. Einige haben das geschafft, sind aber nun genau in der Position, in der sie wiederum um den Machterhalt kämpfen müssen, weil schon wieder neue Rebellen auf der Matte stehen um selbst Macht zu erhalten.

    Das ist ein uraltes Spiel und ohne diesen ewigen Kampf der Egos würde sich auf der Welt auch nichts weiterentwickeln – auch oder gerade nicht ohne die „ewigen Nörgler“. Es ist daher auch eine Frage, wie man selbst mit Schmähkritik umgeht. Berührt sie einen persönlich, beleidigt das eigene Ego, oder treibt es einen an und verhilft zu stetigen Verbesserung?

    Auch der Empfang von Kritik ist somit reine subjektive Interpretation. („Ich meinte das aber so und so“ „Ich verstehe das aber so und so“) Die einen können gut mit Kritik umgehen, andere eben nicht so gut. Das macht die Menschen aber weder besser noch schlechter.

    Also statt weiterhin Energie damit zu verschwenden sich über dieses oder jenes aufzuregen -> einfach (weiter)machen.

    War das platt genug?

  7. 6. Juli 2010 um 6:22 pm

    Nicht der Mensch ist destruktiv, sondern das System erzeugt destruktive Prozesse.

    Konflikte katapultieren Menschen auf selten angenehme Weise in eine Guckloch-Haltung, in der jeder sich in seiner Sicht der Sache als Opfer seines Gegenübers wiederfindet und sein vermeintliches „Recht“ verteidigt.
    So auch hier, sowohl im Vorwege der Scroll-Edition, als auch nach der Publikation.
    Da steht dann „Recht gegen Recht“ und im Konfliktfall wird daraus dann auch mal schnell Schuld gegen Schuld. Oder, je nach individueller Perspektive: Schuld gegen Unschuld, Schwarz gegen Weiß (Redakteure/Verleger gegen Blogger), ein unversöhnliches Argument gegen das Andere.
    Schlichtweg ein Kampf der Kräfte mit destruktivem Potential.

    Der ethische Imperativ von Heinz von Foerster „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!“ gilt auch im Konfliktfall.

    Die Wahlmöglichkeiten erweitern würde aber bedeuten, sich der Wechselwirkung seiner Handlungen bewusst zu werden, aus dem Teufelskreis des bisherigen Handelns auszusteigen, selbst etwas neues, etwas anderes zu wagen und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen.
    Und eben nicht mehr den Peiniger, den „Anderen“, den „Schuldigen“ (Verleger/Blogger) verändern wollen, ist dann das Ziel – sondern mit dem
    eigenen veränderten Verhalten Einfluss darauf nehmen, wie dieser „Andere“ sich fortan verhalten kann.
    Dafür war diese Aktion, diese Ausgabe ein toller Schritt.

    Lieber Redakteure, Verleger, Blogger – oder was auch immer, wechselt einfach in eine „Teil-der-Welt“-Haltung!
    Ich wünsche mir noch viele solche Experimente.

  8. 6. Juli 2010 um 6:31 pm

    Ist das normal?
    Vorab: Ich bin weder Journalist, noch Blogger. Vor beiden habe ich viel Respekt. Und unterscheiden tue ich intuitiv gar nicht so sehr: ich will Lesen, Nachdenken und suche nach Inspiration. Es gibt ja auch reichlich Mischformen (Bloggende Journalisten und umgekehrt.) und die wird es auch in Zukunft geben, da bin ich sicher.
    Sachar, ich gebe Dir absolut recht, was Thesen und Gegenthesen angeht. Der Graben, der hier vertieft wird, ist meiner Meinung nach mit einem ideologischen Spaten gegraben. Er kennt nur entweder und oder. Ich glaube, es wird aber immer weniger entweder und oder geben, sondern immer mehr sowohl als auch. Das ist meine Meinung über die Transformation der Gesellschaft. Und ich glaube, die von vielen hier im Netz.

    Warum dieser blöde Krach zur Weltkompakt?

    Über Erwartung
    Ich bin nicht der Meinung, dass es eine Blattkritik getan hätte. Es ging doch um falsche Erwartungen und Bestätigung negativer Vorurteile – deshalb gibt es diese Enttäuschungen. Kreative Experimente brauchen Mut und Einsatzwillen, das habt Ihr gezeigt. Und auf der anderen Seite die Offenheit der Herzen. Die habe ich vermisst. Was wurde von Euch erwartet? Wisst Ihr es?

    Beurteilung von Prototypen
    Sie musste vielleicht zuviel Last tragen, die erste Weltkompakt ihrer Art. Sie war ein zartes Pflänzchen, aus meiner Sicht ein Prototyp. Ihr Problem: Sie kommt eben nicht wie ein kreatives Experiment daher, sondern sieht fertig und perfekt aus. Wäre auch gar nicht anders gegangen. Verglichen wird sie dann mit zwei etablierten Produkten: Blogs und Weltkompakts von Gestern und Morgen. Solche mutigen Experimente brauchen oft mehr als einen Prototypen, bis sie serienreif sind. Dafür ist Beurteilung wichtig. Aber welche Form von Beurteilung wird hier gewählt?

    Haltung zur Kreativität
    Ideen sind leicht verletzbar. Kreative Menschen häufig auch. Es ist traurig, dass jedes mal, wenn jemand etwas Neues wagt, diese destruktive, kritische (deutsche) Art alles zerstört. Meinungen und Kritik sind wichtig. Nur dieses Level an Empörung, das Menschen im Netz schnell erreichen, das ist manchmal schwer auszuhalten. Wenn wir so destruktiv mit Kreativität umgehen, ist das hier auf jeden Fall nicht das Land der Ideen.
    Kreativität ist für mich die überraschende Kombination zweier vorhandener Dinge. So, wie Ihr das getan habt. Wir brauchen solche Kreativität. Und viel mehr davon.

    Hoffnung
    Vielleicht hilft es ja, beim nächsten Mal die Erwartungen zu solchen Experimenten anders zu managen. Dann entsteht vielleicht auch eine Haltung, die Gräben überbrückt, statt zu vertiefen.
    Das würde mich freuen. Als Leser.

  9. 6. Juli 2010 um 7:23 pm

    Einleitend möchte ich sagen, dass ich mich weder als aktiver Blogger noch als Journalist verstehe, und die Thematik ein klein wenig von außen zu betrachten versuche.

    Die von Sascha Pallenberg im ersten Kommentar zitierte Aussage „Heute erscheint WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.“ ist unglücklich. Ich habe vorhin im anderen Artikel „Scroll-Groll“ gelesen, es sei ein kurzes Statement gewesen, das eilig herunter getippt wurde. Entschuldigung, aber solch eine „Ausrede möchte ich ungern gelten lassen. Gerade eine angeblich mangelnde Sorgfalt vor dem Publizieren ist doch immer das Todschlagargument, welches die Blogger von den selbst betitelten „Qualitätsjournalisten“ unterscheiden soll. Dann erwarte ich von jemandem, der sich selbst ja offensichtlich eher dem Qualitätsjournalismus zuordnet eben jene Sorgfalt. Und wenn es nur ein kurzes Statement ist. Nicht umsonst heißt es doch so oft, der Stift sei mächtiger als das Schwert.

    Ebenso finde ich es traurig, wie beinahe schmollend geschrieben wird, dass doch niemand die Scroll-Edition dafür lobe, dass die Idee so mutig und innovativ sei. Nun, ich finde die Idee auch mutig. Es ist eine (bei mir) willkommene Geste, eine dargereichte Hand. Das ein erstes Aufeinandertreffen der Blogosphäre mit ihrem „Endgegner“ Springer nicht Friede, Freude und Sonnenschein überall hervorruft sollte doch jedem vorher klar gewesen sein, der sich ein klein bißchen damit auseinander gesetzt hat, oder? Recherche anyone? Seitens der Printvertreter war sicherlich die Ansprache nicht immer glücklich und auch die Rahmenbedingungen ließen teilweise zu wünschen übrig, und als Außenstehender verlor ich vor lauter Hin und Her in Blogs über Bezahlung oder doch nicht total den Überblick. Transparenz von vornherein wäre hier wünschenswert gewesen. Aber dies nur so als Rat für eine – ja ich wage es das zu sagen – Fortsetzung.

    Was ich von der Scrolledition persönlich mitgenommen habe, war, dass Blogger sich mit Layouts scheinbar nicht so gut auskennen – Abstände und Zeilenbreiten etc. – und für viele der Springer-Verlag ein größeres Reizthema ist als für so manchen Bullen auf Steroiden ein rotes Tuch. Was ich persönlich schade finde. Ich stimme weiß Gott nicht allzu oft mit Kommentaren und Meinungen überein, die der Verlag veröffentlicht, aber das kommt mindestens genauso oft in Blogs vor. Und ich empfinde beides eher anstoßend zum Denken, als abstoßend zum Übergeben. Aber das scheint eine nicht allzu weit verbreitete Auffassung zu sein.

    Im Übrigen möchte ich noch kurz darauf hinweisen, wie oft im Rahmen dieser Diskussion ein „Fehler“ gemacht wird, den wir alle immer aufs bitterste im Rahmen der Zensursula-Debatte vorgeworfen habe: Alle sprechen von „der Blogosphäre“ und „den Digital Natives“ und der „digitalen Avantgarde“ als wäre es eine homogene Gruppe. Genauso, wie es im Streit um Netzzensur immer mit „die Internetgemeinde“ geschah. Merkt ihr selber, oder? Hab ich sogar selber im Kommentar geschrieben, darum werfe ich jetzt nicht den ersten Stein.

  10. 6. Juli 2010 um 7:31 pm

    Ja du hast es einfach auf den Punkt gebracht!
    Es ist doch so, wenn mir ein Blog nicht gefällt, dann lese ich eben den nächsten.
    Aber da wird man mit Kommentaren überhäuft, die zum 1. nichts mit dem Thema zu tun haben oder schlimmer noch beschimpft und bedroht, weil man die Meinung des Anderen nicht wiedergibt.
    Man ist doch nun wirklich nicht verpflichtet als „Mitläufer“ die Meinung der breiten Masse wieder zu geben.
    Denn dann bräuchten wir die Blogs nicht, denn das Alles kann man in den Medien lesen.

  11. Achim
    6. Juli 2010 um 8:14 pm

    Der grundsätzliche Fehler besteht schon beim eigenen Selbstverständnis: der Axel-Springer-Konzern ist schlicht und ergreifend kein Journalismus, dementsprechend sprechen ich Menschen, die sich für den ASV verdingen, ab, Journalisten zu sein.

    Was die Blogger angeht, ist es doch ganz einfach: für ein paar Euro Fuffzig, haben sich ein paar Leute zu Prostituierten einer PR-Aktion gemacht. Der ASV hat die dritte und vierte Riege der Blogosphäre vorgeführt und bewiesen, was für mediale Nutten sich dort tummeln. Das ist auch die einzige positive Erkenntnis aus der Pr-Aktion.

    Das sind für mich grundsätzliche Prinzipien, in der Geschichte des ASV und der Bundesrepublik Deutschland begründet. Wer wirklich glaubt, bei der WELT, der BILD oder wie sie alle heißen, werde Journalismus gemacht, sollte mal einen Realitätscheck bei sich durchfuhren.

    Nein, auch Ihnen Herr Schmiechen, spreche ich jegliche Kompetenz ab, Journalist zu sein. Es ist eine Perversion sondergleichen, dass Menschen wie Sie die besonderen Privilegien unseres Grundgesetzes Art. 5 genießen dürfen. Als unsere Gründungsväter das Grundgesetz verfasst haben, haben sie an viele Dinge gedacht, nicht aber an eine Veranstaltung wie den ASV.

    • 6. Juli 2010 um 8:57 pm

      Ach so. Na dann ist das alles ja sowieso völliger Quatsch gewesen. Danke Achim! War mir völlig entgangen.

  12. 6. Juli 2010 um 8:28 pm

    Gut, ich hab ein bisschen arg draufgetreten, was meine Kritik an der Scroll-Edition betrifft. Deswegen fühle ich mich hier einmal angesprochen, auch wenn ich mich zumindest in den Punkten 1-3 nicht wiederfinde. Ich hab auch nie etwas geschrieben wie: Lasst es jetzt bleiben und macht nie wieder eine Scroll-Edition. Schlimmere Kritik kann jetzt wohl nicht mehr kommen, von mir jedenfalls nicht.

    Fehler machen immer nur die anderen? Nein, würde ich so nicht sagen. Ich sehe ein, dass meine Kritik zu hart war und über das Ziel hinausgeschossen ist. Macht euch aber auch vielleicht einmal klar, dass zum Beispiel wir Autoren bei BasicThinking jeden Tag solcher Kritik ausgesetzt sind. Im Zeitungsjournalismus habe ich übrigens Ähnliches kennengelernt. Man gewöhnt sich da schnell einen rauhen Ton an und gibt ihn weiter. Man sollte die Welt nicht schlechter machen als sie eh schon ist, aber all zu leicht passsiert es dann doch.

    Was mich dennoch wundert: Ihr habt bereits im Vorfeld damit gerechnet, ja rechnen müssen, dass harte Kritik kommt. Und dann wundert ihr euch, dass es tatsächlich so kommt? Ein Mitarbeiter der Scroll Edition hat sich per E-Mail bei mir darüber beschwert, dass ich gerade seinen Text besonders hart rangenommen hätte. Ich war überrascht, denn den Eindruck hatte ich nicht, hab mich dennoch dafür entschuldigt und angeboten, nach journalistischen Grundsätzen darüber zu diskutieren, was mir an dem Text nicht gefallen hat. Keine Reaktion. Ich glaube inzwischen, der Gute ist zum allerersten Mal überhaupt für einen Text kritisiert worden.

    Ich finde, mit Kritik muss man leben und umgehen können, aber viele, die das nicht können oder wollen – den Seitenhieb kann ich mir jetzt nicht verkneifen – flüchten ins Netz. Übertriebene Polemik und destruktive Kritik muss natürlich auch nicht sein. Dafür muss ich mich entschuldigen.

    Trotzdem: Lasst euch von Kritik – egal welcher Art – doch nicht entmutigen! Macht bitte weiter und legt weitere Scroll-Editionen auf!

  13. gesellschaftistkeintrost
    6. Juli 2010 um 9:43 pm

    So, so. Nun sind wir also mediale Nutten. Ich mach mir ein T-Shirt wo das draufsteht und fahr damit durch Deutschland. Und dann mach ich vor jedem Ortsschild ein Foto und poste das dann in meinem Blog. Ich werde so langsam leicht meschugge…..

    Ich habe einfach auch noch einen Text dazu geschrieben:

    http://gesellschaftistkeintrost.wordpress.com/2010/07/06/neverending-story-noch-mal-scroll-edition-ihr-schnuffis/

  14. 6. Juli 2010 um 11:37 pm

    Also, ich habe das Ergebnis dieses Experiments tatsächlich in den Händen gehalten und fand es gar nicht so schlecht. Auch wenn die Idee mit dem Scrollen nett gemeint war, so halte ich sie aus Gründen der Nutzungsfreundlichkeit für unbrauchbar. Mich störte lediglich die Ansprache, die unteranderem Deef erreichte. Und hier ist eine professionelle Vergütung bestimmt angemessen. Wobei ich nicht gänzlich darauf auf eine Vergütung beharre, die wohl ursprünglich nicht angedacht war. Doch wage ich es zu bezweifeln, dass ihr einen einseitigen Artikel gegen das Leistungsschutzrecht drucken würdet. Falls doch, so dürft ihr mich gerne kontaktieren und beweisen, dass WELTKOMPAKT sich nicht einem „Wettbewerb der Meinungen“ verschießt.

  15. Franko
    7. Juli 2010 um 12:13 am

    Der Fall ist doch eigentlich recht einfach: Bei der Scrolledition haben Laien sich an einem professionellem Produkt versucht. Und das Ergebnis war, sagen wir mal, ganz nett. Klingt provokant? Mag sein. Aber es hat schon seine Gründe, warum Redakteur ein klassischer Ausbildungsberuf ist.

    Bürgerjournalismus ist eine tolle Sache und es gibt großartige Blogger. So wie es großartige Segelflieger gibt. Aber für den Flug nach Südafrika steige ich lieber bei einem Berufspiloten ein, nicht beim passionierten Segelflieger. Und Gleiches gilt für Zeitungen und ihre Web-Ableger. Die werden eben von ausgebildeten Redakteuren gemacht. Nicht von Bloggern. Und das ist gut so. Weil die einen es gelernt haben. Und die anderen nicht.

    Statt am Fall der Scrolledition wieder einmal den Möchtegern-Krieg Blogger-Journalisten herbeizuschreiben, sollten wir lieber einmal der (Medien-)Wirklichkeit ins Auge sehen. Es geht doch längst nicht mehr darum, ob Print nun stirbt oder Online wächst. Es geht darum, relevante Inhalte in relevanter Form über relevante Kanäle einem interessierten Publikum anzubieten. Am Besten noch verbunden mit echter Wertschöpfung. Da könnten Blogger und Redakteure viel voneinander lernen. Zum Wohle aller Beteiligter…

  16. Julius
    7. Juli 2010 um 1:01 am

    Gab es einen Sturm der Entrüstung oder großes Jubelgeschrei? Hab ich das alles verpasst? Ich glaub da haben ein paar Onlineschreiber einen Ausflug nach Berlin gemacht und eine Zeitung in (wie man nebenbei hört) komischem Format vollgeschrieben mit Dingen, die evtl. so nicht in einer Zeitung stehen. Und dann? Hat das Ding jemand gekauft + gelesen? Hat jemand (mehr als in Blogs üblich) Kritik geübt; Zeter+Mordio geschrien? Keine Ahnung, ist hier unten nicht so angekommen.
    Naja, aber wenn Rede- und Aufarbeitungsbedarf besteht… ich glaub das geht hier im Netz (im Gegensatz zu Print) ganz gut.
    Soll doch jeder schreiben wo und worüber er/sie will.

  17. 7. Juli 2010 um 9:39 am

    Mich nervt es total, wie jeder, der sich leicht über den Mainstream erhebt – sei es als politisch Andersdenkende oder als jemand, der auch nur den Anschein erweckt, mit dem Bloggen Geld zu verdienen – von diesem Mainstream gnadenlos hingerichtet wird. Das muss sich ändern, wenn das Netz tatsächlich ein Gewinn für die Gesellschaft werden soll.

  18. 7. Juli 2010 um 9:44 am

    Franko, ich habe drei Jahre lang als Redakteur gearbeitet. In einer professionellen Redaktion. Ich war und bin kein ausgebildeter Journalist. Meine damaligen Kollegen waren überwiegend keine professionellen Journalisten. Viele Journalisten verfügen eben nicht über die entsprechende Ausbildung, sondern haben „on the Job“ gelernt.

  19. Gerd Stodiek
    7. Juli 2010 um 9:50 am

    Die Idee der Scrolledition ist erstmal mutig. Bis jetzt hat sich kein Verlag in Deutschland getraut Blogger als Autoren in eine Printausgabe einer Tageszeitung in diesem Umfang zu integrieren. Die Scrolledition kritisch zu betrachten ist im Nachgang wichtig, um daraus zu lernen. Klar, die Umsätze im Print sind nicht mehr so illusorisch wie sie mal waren, deswegen ist es ja umso wichtiger neue Formate
    und Erlösmodelle zu testen, um zu sehen was funktionieren kann.

    Das Ben Franklin Project ist ein mutiger Schritt von einem Verlag, stammt aber aus Amerika, vielleicht kopieren wir Deutsche wieder von den ausländischen Pionieren, aber wer will schon Pfeile im Rücken?

  20. 7. Juli 2010 um 10:32 am

    Lieber Herr Schmiechen,

    also, um ehrlich zu sein, Sie kommen etwas weinerlich rüber.

    Mein Fazit Ihrer Aktion:

    1. Die Grundkonzeption war falsch. In Print das Internet optisch nachbauen zu wollen war ein Fehler, der schon vor 10 Jahren gemacht worden ist. Es ist Blödsinn: Sie filmen im TV auch keine Zeitung ab. Dazu die Masse an Teilnehmern – es war klar, dass eine so inhomogene Besetzung ohne Vorabsprachen nichts würde bewirken können. Noch dazu bei einer Tageszeitung, die maßgeblich davon lebt, gewisse feste Dinge zu liefern. Bei einem Magazin hätte das anders ausgesehen.

    2. Wenn jemand bei solch einem Projekt ohne Bezahlung mitmacht, ist das sein gutes Recht. Allerdings wäre es nach meiner Meinung eine Frage des Stils gewesen, dies zu honorieren.

    3. Ihre anschließende Äußerung war eine Beleidigung. Sie haben ein Experiment gewagt und Experimente können schief gehen. Aber: Zu einem Experiment sollte man auch stehen.

    4. Egal ob Blogs oder Facebook-Kommentare oder Twitter – all das ist „People talking“ (Jeff Jarvis). Und Menschen reden manchmal ganz schön heftig übereinander. Glauben Sie, dass Ihre Leser ihre gedruckten Produkte immer handschuhesk besprechen? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass Sie nun eine Kommunikation zu sehen bekommen, die immer schon stattgefunden hat? Möglicherweise finden die meisten Leser die „Welt“ und „Welt Kompakt“ ja gar nicht so toll, was vielleicht den Auflagenverlust erklärt?

    Fazit: Sie haben ein Experiment gewagt, es ist schief gegangen, viele Menschen fanden es nicht dem Qualitätsanspruch, den Sie selbst an sich stellen, genügend. Nun stehen Sie auch dazu und akzeptieren Sie Kritik.

    • 7. Juli 2010 um 11:05 am

      Lieber Herr Knüwer,

      weinerlich? Ich? Ganz selten…

      1. Wir wollten vor allem den Dialog zwischen Printleuten und Webleuten in Gang bringen. Das ist gelungen. Über die Ausgabe kann man diskutieren. Wird ja auch gemacht. Ist also auch gelungen. Natürlich haben alle da draußen alles schon immer besser und vorher gewusst. Klar, vor 10 Jahren wurde alles schon mal probiert. Oder vor 100 Jahre. Oder vor 1000 Jahren. Wir leben aber jetzt und hier. Ganz kurz zur Optik der Scrolledition: Wir wollten auf alle Fälle vermeiden, so auszusehen wie jeden Tag. Das wollten wir uns nicht vorwerfen lassen. Ist uns unter höchstem Aufwand auch ganz gut gelungen.
      2. Unsere Gäste haben einen ganz normalen Tagessatz für freie Mitarbeiter erhalten.
      3. Ich liebe die Scrolledition. Und ich stehe zum Experiment. Aber auch zu meiner Erschöpfung am Tag danach und der Erleichterung, dass es nach drei intensiven Wochen der Vorbereitung zurück in die Tagesarbeit geht, die aufreibend genug ist. Es wird übrigens weiter experimentiert. Später mehr…
      4. Auflagenverlust? Seit es WELT KOMPAKT gibt, steigt die Auflage kontinuierlich. Gegen den Marktrend. Wir haben im letzten Jahr drei neue Lokalausgaben gegründet. Mit Büros in Düsseldorf, Köln und Frankfurt und sechs neuen Mitarbeitern.

      Fazit: Ich finde es toll, dass sich Leute mit unseren Zeitungen beschäftigen. Kritik finde ich auch toll. Platte Beschimpfungen und persönliche Verunglimpfungen nicht.

    • mh
      7. Juli 2010 um 6:41 pm

      Wo wir gerade bei Kritik-Fähigkeit sind: was leisten sie den gerade? Permanent kritisieren. Irgendwo, irgendwie, wegen irgendwas nachtreten, das Sie eigentlich einen feuchten Kehricht angeht. Das ist das Einzige was Sie öffentlich tun. Als Journalist raus und als Berater noch nichtmal angfangen?!
      Großartig!

      http://www.kpunktnull.de/

      Demnächst mehr? Das steht da schon seit langer Zeit. Wann ist denn demnächst?
      Wann denn? Was denn? Anstatt ihre Zeit damit zu verdameln zu meinen Schirrmacher, Döpfner und Keese in ihrer Motzbude indikretionehrensache den Arsch treten zu müssen, sollten Sie selbst mal mit irgendetwas um die Ecke kommen. Gastbeiträge von Ihnen irgendwo? Fehlanzeige. Irgendein Engagement in irgendetwas?
      Was machen sie eigentlich den ganzen Tag?

      Es ist stark anzunehmen, dass das Netzwerk an Leuten, die Ihnen nie wieder einen Job geben werden, mittlerweile größer ist, als es der Kundenstamm von Kpunktnull je sein wird.

      Aber hey, der Abgang vom handelsblatt und die Neuerfindung als „Blogger und Berater“ war halt auch ein Experiment…

  21. BrandNewWelt
    7. Juli 2010 um 12:00 pm

    Thoma Knüwer +1

    – – –

    Vielleicht ist die Weltkompakt als Marke einfach die falsche Zeitung,
    um das Netz abzubilden.

    Der Inhalt war halt wischiwaschi bis langweilig, und das das provokante daran der Fakt sein sollte, das Blogger den Journalisten die Zeitung mal aus der Hand nehmen … das verstehen halt eben nur Journalisten.

    Die Welt Zielgruppe hat sich über den „Scheiss“ empört, der in der „ordentlichen“ Welt drinstand. Und der IMHO Großteil der Web-Zielgruppe
    liest eben die WELT nicht und findet sie jetzt auch nicht plötzlich extrem relevant wenn Blogger da abgesegnetes Zeug reinschreiben.

    Aber das Scroll-Format war hübsch.
    Gruss an die Layout-Abteilung.

  22. 7. Juli 2010 um 12:05 pm

    Herr Schmiechen, ich habe leider wirklich ein Problem damit, wie sie auf die Kritik reagieren. Konkret am Beispiel von Herrn Knüwers Kommentar empfinde ich es so, dass sie zwar vielleicht Kritik toll finden, wie sie selbst sagen, aber diese nicht wirklich annehmen und an einigen Argumenten schlichtweg vorbei antworten.

    1. Was ist so schwer daran, zuzugeben, dass die Optik der Scrolledition unglücklich war? Stattdessen immer dieses betonen des „höchsten Aufwands“ und der Erschöpfung, die die Arbeit mit sich brachte. Warum kann man nicht einfach sagen „Ja, die Optik war ebenfalls ein Experiment, und ist nicht sonderlich gelungen“. Insbesondere an den von mir bereits beschriebenen Layoutproblemen lässt sich doch ganz objektiv sagen, das da gestalterische Grundregeln nicht gut umgesetzt wurden. Das ist doch sogar belegbar.

    2. Dieses mantra-artige Wiederholen von Erschöpfung, der intensiven Arbeit, des Mutes interessiert doch in dem Zusammenhang nicht wirklich. Sie machen doch da ihren Job. Und sie werden sicherlich nicht zu verachtend dafür entlohnt. Ich finde es schade, dass diese Faktoren für Sie als Entschuldigung gelten, warum ihr Kommentar so unglücklich ausfiel (der über die Erleichterung dass es orbei ist), oder die Scrolledition als solche nicht 100%ig wurde.

    3. Herr Knüwer sagt, es wurde vor 10 Jahren schon einmal so etwas gemacht und es sei schief gegangen. Das sehe ich ganz ähnlich. Und die Argumentation ist auch recht logisch und nachvollziehbar. Ich glaube nicht, dass der Vorwurf war, dass sie ein Experiment gemacht haben, sondern eher, dass sie Fehler, die schon bei dessen Vorgängern gemacht wurden, noch einmal gemacht haben. Und das ist nun einmal leider etwas vermeidbares.

    Und das weiter experimentiert möchte ich doch hoffe. Zum einen finde ich nicht, dass man das Projekt so stehen lassen kann, zum anderen sehe ich dort nach wie vor Potenzial und bin gespannt was sich draus machen ließe. Vorausgesetzt Sie sind so freundlich, und filtern einmal für sich die Beleidigungen raus, und nehmen dafür aber auch die ernstgemeinte Kritik ernst und nehmen sie an. Das würde mich wirklich freuen.

    • 7. Juli 2010 um 1:40 pm

      1. Ich fand das Layout preisverdächtig gut. Sonst hätte ich es nicht gemacht. Andere fanden es auch toll. Siehe die Einträge hier von Rob Basic und BrandNew. Bücher haben übrigens auch sehr breite „Spalten“.
      2. Der Kommentar wurde häufig missverstanden. Wahrscheinlich habe ich mich einfach undeutlich ausgedrückt. Die Kritik nehme ich gerne an.
      3. Kann ich das Experiment von vor 10 Jahren mal sehen? Ich kann mich einfach nicht dran erinnern. Entschuldigung, aber ich denke, dass unsere Ausgabe einzigartig war.

  23. 7. Juli 2010 um 12:41 pm

    habe die Scroll Edition in der Hand gehalten, gelesen und bin vom zu Beginn erscheinenden ungewöhnlichen Format sehr angetan. Es lässt sich sehr praktisch halten, nervt niemanden beim Blättern in engen Räumen, wirkt viel erfrischender als das herkömmliche Format. Das Gleiche habe ich von anderen gehört. Was soll das und sich hinzustellen, die eigene Meinung zum Format wäre die einzig Gültige? Ist es nicht, es gibt andere, die es cool finden. So what?

  24. Teo
    7. Juli 2010 um 1:29 pm

    Merkt ihr eigentlich noch was?
    Ihr redet wie aus dem Elfenbeinturm, allesamt. Das Geschwafel über Medien von den „Bloggern“ unter euch wie von den „Journalisten“ klingt völlig gleich. Ihr seid beide arrogant und irrelevant. Schonmal daran gedacht, dass das Medium kein Selbstzweck ist? Get a life und zwar eins das eine Berechtigung hat. Schreiben ist keine!

  25. 7. Juli 2010 um 2:34 pm

    Plus eins gegen das Format, plus eins für Thomas Knüwers Kritikpunkte. Leider war die Scroll Edition inhaltlich und optisch ein ausgedruckter Feedreader, der noch dazu auf mich sehr wahllos gewirkt hat. „Das Internet drucken“ ist ähnlich sinnlos wie die glücklicherweise abgehakten Versuche, online Print zu imitieren.

    Herr Schmiechen, ich ärgere mich selbst, auf welches Niveau manche Leute in den Kommentaren hinuntergehen, gerade weil ich Ihr „Experiment“ und sein Ergebnis nicht besonders gelungen fand. Der Pöbel diskreditiert die konstruktiven Kritiker gleich mit. Es tut mir aufrichtig leid, dass das sogar Angst bei Ihnen auslöst. Vor knapp 10 Jahren habe ich als Web-Publizist die ersten Gewaltdrohungen erhalten, da ging es mir auch noch so. Ihre Kollegen haben recht, da muss man durch. Nichtsdestotrotz, der idealistische Standpunkt, es ausdiskutieren zu wollen (von dem ich ausgehe, und nicht von Trotz), ehrt Sie.

    Aber was für eine Reaktion haben Sie denn eigentlich erwartet?
    Sie laden unter dem Motto „Hilfe, wir drucken das Internet!“ Blogger ein. Ganz offenbar sollen die nicht ein Konzept (weiter-)entwickeln, sondern nur ein Blatt vollschreiben, das in seiner Struktur schon feststeht. Die Redaktion wird für diesen Tag kaltgestellt, anstatt mit den Bloggern ein Team zu bilden. Das sah doch sehr nach einem billigen Marketing-Gag aus. Und am Ende stehen Sie nicht einmal mehr zu Ihrem Werk, zumindest hat es den Anschein.
    Der Titel erinnert nicht nur an schlechte 80er-Jahre-Komödien, sondern auch an die „Internetausdrucker“. Und so ist das Ergebnis geworden, für das Sie sich am Folgetag bei Ihren Lesern entschuldigt haben. Die Blogger können eben nicht, was wir Journalisten können, das kann man durchaus herauslesen. Aber oblag Ihnen selbst nicht sowohl die Auswahl der Teilnehmer (die ich großenteils sehr schätze), der Beiträge und deren Arrangement? Ein „gut, dass es vorbei ist“ klingt nicht sonderlich konstruktiv, sondern provoziert (Mittlerweile haben Sie es eingeordnet, aber es ist eben nun in der Welt).

    Um den konstruktiven Part nicht schuldig zu bleiben, einige Konzeptfragmente, die ich vermisst habe:
    – Rückkanal: Wo kann ich mit den Autoren und anderen Lesern über die Beiträge diskutieren?
    – Fortsetzung / Living Stories: Wo wird an die Artikel angeknüpft, ein Gedanke weitergeführt, um Aktuelles ergänzt?
    – Dialektik: Wo gibt es These und Antithese? Kontroversen, an denen ich meine Position prüfen kann?
    All das macht das Web, besonders die Blogosphäre, die sie sich personell ins Boot holen wollten, für mich aus. Verlinkung, Bezugnahme, Öffentlichkeit im Fluss. Einige haben die Verknüpfung von alten und neuen Medien gelobt, aber wo fand die denn statt? Nun können Sie sagen, Sie hätten den Bloggern einmal die Limitationen von Print demonstrieren wollen. Die haben für die prekäre Lage der Verlage nun sicher ein tiefes Verständnis. Aber die ganze Nummer schien doch sehr rückwärtsgewandt. Was hat eigentlich Jeff Jarvis gemacht?

    Die Scroll Edition hat die Nachteile beider Medien vereint, anstatt aus einer Synthese etwas wirklich neues entstehen zu lassen, das den Medienbetrieb oder Ihr Blatt voranbringt. Eine Nebelkerze, kein Leuchtturm. Das ist lange kein Grund, Sie persönlich anzugehen, aber schade um die investierte Zeit und Aufmerksamkeit.

    Schön, dass Sie es noch mal probieren wollen. Better luck next time, und nichts für ungut.

  26. mh
    7. Juli 2010 um 2:40 pm

    SCROLOG

    „Entschuldigung, ist hier Sommerloch?“

    „Nein, Debatten in Blogs folgen oft diesem Muster. Ist wie bei den Foren- Nerds.“

    „Ach so.“

    „Lohnt sich das?“

    „Inhaltlich nicht, hat aber bisweilen einen hohen Unterhaltungswert!“

    „Gibts in den Kommentaren auch Nazi/Hitler- Vergleiche?“

    „Nein, Godwins Law bleibt hier außen vor, ist schon etwas feiner als Forenkultur. Aber zickige Befindlichkeiten, mangelndes wirtschaftliches KnowHow und eine große Portion selbstrefrenziellen Daseins gleichen das wieder aus!“

    „Na gut. Schau ichs mir mal an…“

    „Nachdem ich also die Scrolledition quergelesen hatte, dachte ich mir, dass das Ding wohl zerrissen werden würde. Als ich am Folgetag den Kommentar von Frank Schmiechen las, dachte ich mir auch, dass da jemand wohl blos wieder froh war, dass der Alltag einkehrt ist, ach ja, und dass der Kommentar wohl wieder zerrissen werde würde:

    Von den beteiligten Bloggern, die sich gekränkt werden fühlen, und ihren Einsatz ungewürdigt sehen. Von den „digital 68ers“, für die diese Geschichte natürlich ein willkommenes Trägermedium ist, um Springer- Kritik aus der Mottenecke ihrer Ressentiment-Schatulle zu kramen. Von den „Print ist tot“- Aktivisten. Ach ja, und von den Verschwörungstheoretikern, die ernsthaft glauben, dass man sich nur deshalb die Mühe gemacht hätte, um im „Ewigen Kampf“ zwischen Bloggern und Journalisten einen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen.“

    „Aha, der Masterplan ist also gewesen jemanden bloßzustellen? Naja, wer das für gewollte PR hält versteht offensichtlich nicht viel davon.“

    „Genau“

    „Habe ich jemanden vergessen? Ach ja, basicthinking. Dort ist man sich offensichtlich gerade- im kaum zu gewinnenden Wettbewerb mit netzwertig um Feedabonennten- in seiner thematischen Ausrichtung uneins und wagt sich auch mal mit einem undifferenzierten Medien- Verriss auf die Bretter, die die Blogger-Welt bedeuten: den provokativen Tritt.
    Schnell noch zwischen Tech-Tests und Facebook-Tipps ein wenig Aufmerksamkeit abgreifen…“

    „Der geneigte Leser holt sich also Popcorn und Chips, und schaut sich an, wie dieses Drama denn so im weiteren Verlauf „gescripted“ wird?“

    „Ja“

    „Aber zurück auf Anfang: Robert Basic ist in seiner Befindlichkeit ob des Kommentars in der folgenden Ausgabe von Weltkompakt offensichtlich derart negativ aufgeladen, dass er dessen „ehrverletzenden“ Schluss erst einmal kommentieren muss.
    Wenn die Feder juckt, dann juckt sie halt. Und wenn man sich in der „Opferrolle“ befindet dann juckt sie umso mehr. Er schnitzt also ein emotionales Plädoyer zusammen: Warum, wieso, weshalb? Ich bin tief enttäuscht, blabla.
    Nach bereits einer Stunde verbrennt der Text aber, da der Betroffene just einen relativierenden Kommentar einschiebt.“

    „Ein Außenstehender könnte jetzt die Frage stellen: „Wieso ruft der nicht an, oder schreibt kurz ne Mail und klärt das gerade. Spart man sich ne Menge Zeit. Warum so ein Fass aufmachen?““

    „Neinein! Das macht man nur in der analogen Welt so, dass ist altmodisch. Heute macht man das öffentlich. Sofort raushauen.“

    „Aha. und was kommt dabei raus? Klärung?“

    „Selten. Man hat sich und seine Meinung mal wieder selbst reproduziert, und evtl. ein paar Trittbrettfahrer aktiviert. Das reicht schon.“

    „Klingt bescheuert. Gibts da noch andere Beispiele?“

    „Ja, carta.info. Die haben z.B den Rauswurf von Michael Seemann zum Kulturkampf erhoben. Nicht im Interesse des Betroffenen, sondern nur um mal wieder wichtig zu sein.“

    „Ach ja. Und was ist eigentlich mit den Springer-Raus-Leuten und den Print-ist-tot- Aktivisten, die hier mitfahren?“

    „Nun, die einen pflegen halt ihre Vorurteile. Die lesen die Springer- Presse ja nicht. Die bekommen auch nicht mit, wenn z.B der „Spiegel“ vor der Wahl in NRW Jürgen Rüttgers, zwar durch die Blume, aber eigentlich doch mehr oder weniger unverholen, als opportunistischen Technokraten porträtiert und damit auch eine Art Wahlempfehlung gibt, die Ihnen eigentlich passen würde.“

    „Können sie ja nicht wissen. Weil Print ja tot ist?“

    „Genau.“

    „Und warum glauben die das?“

    „Weil es gut in ihr Weltbild als freie Schreiber passt.“

    „Aber die haben vielleicht doch noch nie im Verlagswesen gearbeitet!?“

    „Nö, aber das macht nix. Der Slogan ist griffig, die Verlage haben gerade Probleme, also ist Print tot.“

    „Und Brandeins, Neon und Landlust?“

    „Kennen die entweder nicht, weil Print ist ja tot, und wenn ja, dann sind das nur Nischen, die den Verfall auch nicht aufhalten werden.“

    „Gibts da noch andere Richtungen?“

    „Ja, die „Berater-Blogger“. Die Ketzen gegen Alles-und-Jedes, liefern dabei aber keinerlei Gegenentwürfe.“

    „Und warum?“

    „Na wegen der Aufmerksamkeit. Wer ketzt, produziert Lärm, der wird gefunden. Und wer gefunden wird ist bedeutsam. Und wer bedeutsam ist, der geht auch bei einer weniger webaffinen Klientel leicht als Berater für deren Webengagement durch.“

    „Also Fliegenfang?“

    „Genau“

    „Und warum tust du dir das Ganze noch an?“

    „Nun zum einen gibt ein paar wenige Blogs, die sich nicht nur um sich selbst drehen, sondern auch den Leser im Focus haben, zum anderen wollte ich der deutschen Bloggerei mal auf den Grund gehen. Hätte ja sein können, dass da in diesen Debatten irgendwo doch DAS „Beef“ steckt. Irgendwas, das mich in meinem Medien-Mix noch wirklich beeindruckt und auch beeinflussen kann. Man sucht halt.“

    „Und nun?“

    „Nun bereinige ich immer mehr meinen FeedReader, und fische auch weiterhin morgens die Faz,SZ und die welt kompakt aus dem Briefkasten. Alles mit dem guten Gefühl im Web wenig zu verpassen. Diese Erkenntis musste ich mir aber erst erarbeiten, indem ich Debatten wie diesen aufmerksam gefolgt bin.“

    „Also ist Print doch nicht tot.“

    „Genau. Weil die „Totsager“ selbst tot sind.

    „Und der Keese? Der ist doch immer sehr laut. Versucht seine Umgebung mit Präsenz aufzutanken und tönt dann, das „wir den relevanten Content produzieren“.“

    „Über die Art kann man streiten. Nach einem Ausflug in die deutsche Bloglandschaft muss man aber konstatieren: er hat wohl recht.“

    „Und der mit den roten Haaren?“

    „Hat sich diesmal nicht gemeldet. Ist entweder schlauer geworden oder kuriert gerade noch einen „Shitstorm“ aus.“

    „Was ist das?“

    „Krankheit 2.0“

  27. Toburg
    7. Juli 2010 um 2:49 pm

    Hallo Alle,

    ich habe jetzt erst durch diesen Post (+Rivva) von der Scrolledition gelesen. Kann ich mir die Edition als PDF irgendwo herunterladen und eine Meinung bilden? gruss toburg

  28. 7. Juli 2010 um 4:21 pm

    Ich bin mittlerweile etwas erschüttert über die bisherige Diskussion. Beleidigte Leberwürste versus bittere Besserwisser. Was soll das? Warum müssen Experimente wie diese so durch den Kakao gezogen eerden. Anstatt sich positiv und konstruktiv damit auseinander zu setzen? Das macht keinen Spass. Ind bringt keinen weiter. Besser wäre, solche Ansätze zu begrüssen, für sich die Lehren daraus ziehen und in dss nächste Experiment zu gehen.

    Solange es Papier gibt, wird es auch Print geben. Vor längere Zeit habe ich mal gesagt, Print ist wie Vinyl für Liebhaber (oder so ähnlich). Man muss es nur neu entdecken, mit seinen Möglichkeiten spielen, eefinden und experimentieren. Nun, Experimente sind immer riskant.

    Nur zu, ich begrüsse das Risiko. Alles andere ist langweilig. Ein grosser Verleger im Süden der Republik, soll vor kurzem im kleinen Kreis gesagt haben, so wurde mir glaubwürdg berichtet, „Ich brauche Skiflieger, keine Skispringer!“. Das ist eine gute Einstellung!

  1. 6. Juli 2010 um 3:57 pm
  2. 6. Juli 2010 um 7:00 pm
  3. 6. Juli 2010 um 7:32 pm
  4. 6. Juli 2010 um 8:32 pm
  5. 6. Juli 2010 um 9:52 pm
  6. 7. Juli 2010 um 12:49 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: