Immer diese blinkenden Lämpchen

Tut mir schrecklich leid. Aber wenn ich die Titelgeschichte des Spiegel über die Gefahren der ständigen Verfügbarkeit und ständige Verführung durch die neuen Smartphones und das Internet lese, spüre ich einen leichten Ekel. Hier beschwert sich eine satte, selbstzufriedene, rückwärts gewandte Gesellschaft über eine phantastische Technik, die die Chancen unserer Zukunft, unserer Kinder bestimmen wird. Nach dem Motto: Ist schon toll unser neuer Swimmingpool, aber man muss dauernd das Wasser aufbereiten und sich drum kümmern. Und immer diese blinkenden Lämpchen…
Warum lese ich keine Geschichten über die unendlichen Möglichkeiten der neuen Technik? Warum wird an deutschen Schulen nicht längst das Fach Internet gelehrt? Wo sind die deutschen Web-Innovationen? Warum diese Angstmacherei und Ablehnung? Wir und unsere Kinder werden Virtuosen der Smartphones und des Netzes sein müssen, wenn wir in Zukunft noch weltweit mithalten wollen. Die Autorin des Spiegel träumt sich lieber in ein sorgenfreies Sanatorium ohne DSL-Anschluss. Das wird es nie wieder geben. Verabschiedet euch davon. Lernt lieber, effektiv mit Mails, Social Media und Netz umzugehen.
Ja, wir haben viel zu tun. Ja, wir müssen auch in der freien Zeit manchmal geschäftliche Dinge erledigen. Das mussten viele von uns aber schon ohne die praktische Hilfe des iPhones. Danke, iPhone, dass es dich gibt. Ich brauche nur noch zwei Minuten, um die wichtigen Dinge zu erledigen. Dann ist wieder Urlaub. Vor wenigen Jahren musste ich lange Telefonate führen, Sekretariate beschäftigen, auf Anrufe warten. Das ist jetzt alles viel einfacher und ich spare kostbare Zeit.
Gerade habe ich eine Mail von einem befreundeten Kollegen erhalten. Für die Dauer seines Urlaubs hat er sich eine spezielle Mailbox eingerichtet, die nur seine wichtigsten Mitarbeiter kennen. Er bittet darum, in dringenden Fällen diese Adresse zu verwenden, da er seine Alltagsmails in den kommenden Wochen nicht lesen wird. Applaus! Das ist kreativer Umgang mit den Möglichkeiten. So einfach ist das. Und von mir wird er sowieso nicht belästigt…

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Internet-Ausdrucker

Ja, danke. Danke, liebe Kollegen! Ich hab‘ das schon verstanden. Ist aber bestimmt ganz lieb gemeint, oder? Kommt jetzt in den Koffer…

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Ich mag das

Nein! Ich brauche keinen „dislike“-Button. Ich brauche auch keine „fail“-Tweets. Hilfe! Es reicht mir, dass meine Friseuse mit einmal im Vierteljahr erzählt, was sie alles nicht mag. Sie mag eigentlich alles nicht: den Kaffee, die Nachbarschaft, die Leute, die Preise, die Frisuren, das neue Einkaufszentrum, das Internet, den neuen Billig-Friseur, ihren Mann, ihre Tochter, Berlin, Steglitz, den Osten, den Westen, was die Kunden erzählen, die Sonne, den Regen, den Winter, den Sommer, den Job, diese komische neue Musik, die Autos, die Zeitungen, das Fernsehen, das ganze Leben da draußen und drinnen. Schon klar. Ist ja auch hart.

Ich will wissen, was gut ist. Was meine Freunde mögen, lieben, kaufen, begehren, wofür sie sich begeistern. Was habe ich verpasst? Welche Musik sollte ich unbedingt hören? Welchen Wein trinken? Mich interessiert es nicht, dass ihr dieses neue Buch, über das alle reden, ablehnt. Ich will wissen, was ich lesen muss. Es ist so leicht, alles mies zu finden. Vor allem Ideen von anderen. Es ist so schwer, sich für etwas zu begeistern. Sich zu verlieben, sich für etwas einzusetzen. Ich weiß. Aber ich mag das.

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Scroll-Groll

Die Scrolledition von WELT KOMPAKT hat unglaublich viel Staub aufgewirbelt. Auch mein Fazit in der Zeitung am Tag danach hat für viele Missverständnisse gesorgt: „Heute erscheint WELT KOMPAKT wieder in bewährter Form. Die meisten von Ihnen werden erleichtert sein. Wir sind es auch.“ Zum besseren Verständnis: Wir hatten harte Tage und Nächte der Vorbereitung, auch der Produktionstag war sehr intensiv und dann kam auch noch der verspätete Bundespräsident. Am Erscheinungstag der Scrolledition dann die Reaktionen. Lob war spärlich, weder unser Mut, unsere Entschiedenheit anders zu sein, noch der Versuch an sich wurde respektiert. Hatte ich auch nicht erwartet. Trotzdem schlaucht das. Dazwischen ein Interview nach dem anderen mit Mediendiensten, dpa, Radio, Fernsehen. Ich war am Donnerstag Nachmittag einfach froh, dass wir es hinter uns hatten und habe in diesem Gefühl der Erleichterung das Fazit vielleicht etwas eilig runter geschrieben. Wie nach einem großen Spiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen. Nicht weil das Projekt schlecht gelaufen ist, sondern ich mit meinen Kräften am Ende war.
Die Kräfte sind inzwischen zurückgekehrt. Ich liebe die Scrolledition und es wird weitergehen. Wir haben gelernt. Es geht nicht einfach so aus dem Stand, es muss sich entwickeln. Neue Ideen sind da. Das nächste Mal wird es noch besser. Danke an alle Beteiligten. Dank für die konstruktive Kritik.

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Beschimpfungen aller Art

Man hat sich ja beinahe daran gewöhnt. Unterstellungen, Beleidigungen, Verdrehung von Tatsachen prasseln besonders nach der Scrolledition von WELT KOMPAKT auf mich, die Macher aus der Redaktion und die beteiligten Blogger ein. Aber auch jeden anderen Tag. Man muss damit leben, sagen die Kollegen. Will ich aber nicht. Deswegen habe ich mir dieses Plätzchen eingerichtet, um meinen Ärger los zu werden. Der Doktor hat es empfohlen.
Hier zwei eher harmlose Einträge auf Twitter und Facebook:

Ein Glueckwunsch an die Welt fuer dieses sensationelle Experiment, den tollen Kommentar von Schmiechen und den Bloggern, die sich nun ein wenig benutzt fuehlen duerften. Schade, dass auf diese Nummer auch so viele gute Leute reingefallen sind. Ich hoffe nur, dass nun ein paar der Kollegen schlauer sind und nicht noch einmal auf so eine Nummer der Springer-Presse reinfallen werden.
P.S. Immer dran denken, das Netz vergisst nicht. Zum einen nicht die Anbiederung von Schmiechen an die Blogosphaere, zum anderen nicht seine finale Abfertigung. Wenn die Offline-Ausgabe dann letztendlich die Graetsche macht (was nur eine Frage der Zeit ist), er sich dann einen neuen Job suchen muss, wird ihm das wohl im Dutzend um die Ohren gehauen werden.

Haha, so sieht er also aus, der Trottel von @weltkompakt. Und ich dachte der Name wär ein Fake 😉

Was mich besonders ärgert:

1. Anderen Menschen wird die Fähigkeit zum Nachdenken abgesprochen.

2. Anderen Menschen wird die schlechteste Absicht unterstellt.

3. Es wird gedroht.

4. Es wird beleidigt.

5. Fehler machen immer nur die anderen.

Für mich ist das Netz eine wunderbare Plattform, um auch an langen Bürotagen mit anderen Menschen und ihren Ansichten und Ideen verbunden zu sein. Die WK-Scrolledition hat es möglich gemacht, einige davon endlich einmal persönlich kennen zu lernen. Für andere sind Netzwerke offenbar dazu da, um völlig enthemmt ihre beschränkte Weltsicht darzustellen. Und oft bekommen sie dafür auch noch Beifall. Je platter der Slogan, desto lauter der Jubel. Da spüre ich an vielen Tagen einen leichten Würgereiz und auch ein bisschen Angst…

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I don’t know why you say goodbye, I say hello

An dieser Stelle soll in Zukunft all das stehen, was nicht mehr in die Zeitung oder in Welt Online gepasst hat. All das, was vielleicht etwas zu lang, subjektiv und persönlich für Twitter oder Facebook ist. Über zwei Themen wollte ich schon immer etwas schreiben: über das Wort „fail“, das mir regelmäßig auf Twitter begegnet, und über den immer wieder geforderten „dislike-Button“ für Facebook. Mal schauen, wann ich dazu komme. Auf die Idee, einen eigenen Blog zu betreiben, haben mich übrigens die Blogger der Scrolledition von Welt Kompakt gebracht. Ich muss das natürlich erst mal lernen. Dieser Eintrag ist auf meinem iPad geschrieben. Bin gespannt, wie das gleich aussieht und was man hier noch so alles anstellen kann. Bis später hier in meinem Blog.